Wie die Ard berichtete, wurden die Betreiber der Musikwebsite allofmp3 in einem ersten Verfahren freigesprochen worden. Berufung gegen das Urteil wurde, wie auch sonst, sofort angekündigt.
Ein großer Erfolg für alle, die es nicht einsehen, überteuerte Preise für etwas zu bezahlen, nur damit sich die Manager aus den USA noch ein paar Millionen Dollar mehr in die Taschen stecken können. Man sollte einsehen, dass jeder seinen Lohn für seine Arbeit bekommen sollte, auch die Künstler und Hersteller von guter Musik - aber der Preis sollte angemessen sein. Zu betrachten wäre dabei nämlich die Halbwertszeit einer Musikdatei, die vll im Durchschnitt noch eine Woche, im besten Fall einen Monat - bei der Menge der Medien, die zur Zeit produziert werden - im Gedächtnis und im Audioplayer der Käufer bleiben.
Kopierschutzmechanismen wie DRM ärgern nicht nur Kunden, die sich für jede Änderung des Verfahrens einen neuen MP3 Player zulegen müssen, sondern sind zusätzlich noch unwahrscheinlich teuer - vor allem für den Endkunden. Kein wunder also, dass es immer beliebter wird den unsinnigen Kopierschutz, der mal wieder verhindert das Lieblingsstück im Auto und auf dem Mp3 Player zu hören, einfach zu umgehen, ihn auszuschalten oder gleich sich die Datei in einer Tauschbörse zu besorgen.
Desweiteren sollten sich die Anbieter - anstatt sich um Umsatzeinbrüche durch Tauschbörsen oder bessere Musikportale als ihre eigenen zu kümmern - lieber um ein besseres Angebot und mehr Vielfalt in ihrem Angebot kümmern. Viele DJ-Remixes, wie auch ich sie gern höre, sind einfach nur über Tauschbörsen zu erhalten - oder nur teuer als Vinyl zu erwerben. Auf jeden Fall nicht zu vertretende Kosten für normale Nutzer. Die teuren großen Musikanbieter (deren Namen ich aufgrund von Angst vor Klagen lieber nicht erwähne) bieten die Musik meist auch erst viel zu spät in ihrem Sortiment an. So werden quasi die Hörer guter Musik, die gern die Musik “von gestern Abend aus dem Club” hören würden in die Illigalität gedrängt - anstatt sie als gute Kunden zu gewinnen. Wo liegt da eigentlich der Sinn?
Genau dies hat die Internetseite allofmp3 versucht anders zu machen: gute Preise - ein einfaches Bezahlsystem - ein großes Angebot, der neusten Musik - keine unsinnigen Kopierschütze –> mit großem Erfolg beim jugendlichen Publikum UND vor allem: alles nach gesetzlichen Vorgaben.
Die WTO und die Anwälte der Musikkonzerne sollten sich noch einmal überlegen, ob sie wirklich glauben, dass ihr “Rechtsverständnis” wirklich alle Menschen mit ihnen teilen, oder sie es ihnen gar aufzwingen können. In Russland ist es zumindest nicht so… und das ist auch gut so.
Lässt sich nur noch hoffen, dass das Berufungsverfahren keine Änderungen bringt. Es wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.




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